Tischkultur in der Antike - Brokat und Kaviar
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Tischkultur in der Antike

Tischkultur in der Antike

Das Brauchtum, Mahlzeiten gemeinsam einzunehmen, ist fast so alt wie die Geschichte der Menschheit selbst. Schon in der Steinzeit trafen sich die Menschen beim Lagerfeuer, garten ihr Fleisch und verspeisten es gemeinsam. Als Besteck benutzten sie Messer aus Stein und im Übrigen ihre Hände. Die Entwicklung bis zur heutigen Tischkultur erstreckt sich also über mehrere Jahrtausende und zeigt in ihrer Kultiviertheit durchaus ein Auf und Ab, wie man bei der mittelalterlichen Kultur ersehen kann, und nicht einen geradlinigen Aufwärtstrend. Darstellungen bzw. Malereien zu gepflegter Tischkultur findet man bereits vor der Antike z.B. aus Zeiten der Hochkulturen Ägyptens. Festlich gedeckte Tafeln mit Trinkgefäßen, Krügen, Schalen und Platten gab es also auch schon früher. Auch später in der Geschichte des antiken Griechenlands und des Römischen Reiches erfreuten sich die Menschen am gemeinsamen Essen und je nach Vermögensstand an mehr oder weniger üppigen und reich ausgestatteten Tafeln. 

 

LIEGEND SPEISEN

Die sich im antiken Griechenland entwickelnde Sitte, im Liegen zu speisen, wurde von den Römern übernommen. Hierzu war es dann zum Abendessen üblich, im Speiseraum quasi Neunerformationen zu bilden und jeweils drei Speisesofas in Hufeisenform als Sitz- bzw. Liegegelegenheit für jeweils drei Personen um einen niedrigen Tisch anzuordnen; in der Seitenlage waren Kopf und Hände zum Tisch hin und die Füße schräg nach hinten gerichtet. Zur Vermeidung unliebsamer Gerüche und Straßenschmutz beim Essen wurden die Füße vor der Mahlzeit gereinigt. Die Einnahme der Speisen im Liegen war eher den Herren der Schöpfung vorbehalten, Frauen und Kinder – bei den Griechen noch nicht, bei den Römern erst später zugegen – saßen meist auf Stühlen, die Sklaven oder Diener standen.

 

TISCHWÄSCHE

Bereits damals wurden Tischtücher verwandt und für die Reinheit während des Essens neben Fingerschalen mit Wasser auch Servietten bzw. Mundtücher aus Stoff gereicht, wobei die Servietten auch dafür gedacht waren, restliche Speisen darin einzuwickeln und mit nach Hause zu nehmen.

 

GESCHIRR UND BESTECK

Das Geschirrsortiment war bereits recht umfangreich; es wurden Platten, Teller, Schalen, Becher, Gläser, Krüge, Kannen, selbst Gewürzstreuer und Zahnstocher, u.a. aus Ton, Holz, oder in reicheren Häusern aus Glas, Keramik, Bronze und Silber verwandt. Als Besteck kannten die Römer Tranchiermesser, mit denen Fleisch und andere gröbere Speisen vor dem Auftragen in kleine Häppchen zerteilt und auf Platten der Tafelrunde dargereicht wurden. In der späteren Antike wurden auch Gabeln, wenn auch eher selten und dann als Vorlegegabeln, verwandt. Außerdem gab es Löffel, die in verschiedenen Größen in etwa die Form unserer heutigen Löffel hatten und vorwiegend für die Saucen benutzt wurden, sowie Löffel mit einem spitzen Stiel, die sich zum Verzehr von Köstlichkeiten wie z.B. Muscheln und Schnecken eigneten, also eigentlich schon ein wenig die Funktion einer Gabel übernahmen. Suppen wurden im Gegensatz zu heute eher aus Schalen getrunken. Im Übrigen aber wurde überwiegend mit den Fingern gegessen, die dann dank der Fingerschalen und Servietten gereinigt werden konnten. Das feine Zugreifen mit den Fingerspitzen galt als vornehme Tischmanier.

 

SPEIS UND TRANK

Da sich das römische Reich immer weiter ausdehnte, war die Vielfalt an Lebensmitteln enorm. Es war möglich, und hierfür wurde von der Oberschicht einiger Aufwand betrieben, bei großen Menüs Spezialitäten aus dem gesamten römischen Reich oder auch aus exotischen Ländern herbeizuschaffen. Aber natürlich galt dies nicht für die gesamte Bevölkerung; die breite Masse tischte deutlich schlichter auf. Hülsenfrüchte, heimische Gemüsesorten, Oliven, Obst, v.a. Äpfel, und Getreide wie Dinkel, Gerste und Weizen bildeten die Grundlage für die Ernährung, die eher vegetarisch war. Der Konsum von Fleisch, da teuer, war etwas Besonderes. Fisch in Küstennähe stand der Bevölkerung schon eher zur Verfügung. Nicht unerwähnt bleiben soll die als Würzmittel verwandte, weitverbreitete Fischsauce, die aus gesalzenen, in der Sonne der Fäulnis ausgesetzten und durch ein Sieb passierten Fischeingeweiden und anderen Fischteilen bestand, recht streng roch und intensiv schmeckte. Neben Wasser und Fruchtsäften wurde v.a. Wein zum Essen gereicht. Dieser wurde pur oder verdünnt mit Wasser und mit Honig verfeinert getrunken und gehörte zu den wichtigsten Durstlöschern dieser Zeit; er wurde selbst Kindern gegeben.

 

UNTERHALTUNG

Wichtig bei den Gastmahlen der Antike war nicht nur das gemeinsame Essen und Trinken feiner Speisen. Auch die intellektuelle Erbauung durch Reden, Vorträge, Lesungen und Tischgespräche war wesentlicher Bestandteil, ebenso Programm zur Unterhaltung durch Musik-, Tanz- und schauspielerische Darbietungen.

 

BILD: Anselm Feuerbach (* 1829, † 1880), Das Gastmahl. Nach Platon (2. Fassung), Public domain via Wikimedia Commons.

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