Essen und Trinken im Mittelalter - Brokat und Kaviar
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Essen und Trinken im Mittelalter

Essen und Trinken im Mittelalter

Die recht strenge hierarchische Gliederung der Gesellschaft im Mittelalter spiegelte sich in den gesamten Lebensumständen der Menschen wider. So stand auch die Nahrung in einem direkten Zusammenhang mit dem gesellschaftlichen Rang und war teilweise per Erlass am Hofe für die einzelnen Ränge bezüglich Art, Qualität und Menge festgelegt.

 

OBEN ODER UNTEN BEI OBST UND GEMÜSE

Grundsätzlich galt: was am Boden wächst, ist minderwertig, und wurde als Essen der Bauern verachtet, das neben Getreidebrei überwiegend aus lang gekochten, vitaminarmen Eintöpfen aus Lauch, Zwiebeln, Kohl und Rüben bestand. Vermutlich stammt die Bezeichnung ‘wie Kraut und Rüben’ von dem eintöpfigen Durcheiander aus dieser Zeit. Als weitere Gemüsesorten standen u.a. auch Rettiche, Möhren, Kürbisse, Bohnen oder Gurken, da niedrig wachsend, eher bei den Bauern auf dem mittelalterlichen Speiseplan. Entgegen der verbreiteten Annahme, wurden im Mittelalter keine Kartoffeln gegessen. Sie stammen aus Südamerika und gelangten erst im 16. Jahrhundert nach Europa. Obst wie z.B. Äpfel, Birnen, Quitten, Kirschen, Trauben, Pfirsiche und Pflaumen, war, da hochhängend, eine Herrenspeise.

 

STANDESDÜNKEL SCHON BEIM BROT

Haferbrei war jahrhundertelang das wichtigste Getreidegericht des Mittelalters, bis im 13. Jahrhundert schließlich Brot zum Hauptnahrungsmittel wurde. Je heller das Brot desto edler war es angesehen und umso teurer war es. Helles Weizenbrot aus fein gemahlenem Mehl war eine Herrenspeise, während sich die Armen mit den ergiebigeren dunklen, schweren Brotsorten, vor allem aus Roggen und in Notzeiten aus Gerste, Hafer, Rüben oder Rettich, zufriedengeben mussten. Nicht jeder besaß einen Backofen, und das Mühlenprivileg und die Backhäuser gehörten zumeist den Grundherren, die sich das Mahlen des Getreides und die Ofenbenutzung bezahlen ließen. Um diese Gebühren zu vermeiden, wurde das Getreide von den Armen häufig im Mörser oder in Handmühlen notdürftig zerkleinert. Dies machte das Brot noch schwerer. Betrügerische Versuche von Bäckern, das Brot optisch mit Kreide, Gips, weißem Ton oder gemahlenen Knochen aufzuhellen und aufzuwerten, wurden u.a. mit Einwürfen in Jauchegruben bestraft.

 

FLEISCH UND FISCH UND LACHSVERBOT AUF DEM TISCH

Der Verzehr von Fleisch von Schweinen, Rindern, Schafen und Ziegen war bei den wohlhabenden Ständen üblich, bei den Bauern eher selten. Da das Jagdrecht auf Großwild seit dem 8. Jahrhundert dem Adel vorbehalten war, war Wildbret eine reine Herrenspeise, während Hühnerfleisch allen Schichten zugänglich war. Auch die Fischereirechte waren an den attraktiven Stellen dem Adel vorbehalten; im Übrigen durfte sich die arme Bevölkerung an den ertragreichen Gewässern oder den häufig vorkommenden Fischsorten bedienen, wie z.B. dem Lachs, der als so gewöhnlich galt, dass im 12. Jahrhundert in einer sozialen Anwandlung verboten wurde, ihn den Dienstboten mehr als einmal pro Woche vorzusetzen.

 

GEGEN DURST WEIN UND BIER

Wein und Bier, meist in den Klöstern angebaut bzw. gebraut, galten im Mittelalter als Grundnahrungsmittel. Beide Getränke dienten nicht nur dem Genuss, sondern waren vielmehr ein wichtiger Energielieferant und galten als gesundheitsfördernd. Wein und Bier wurden häufiger getrunken als Wasser, da Wasser oft verunreinigt war. Dabei war der Wein eher säuerlich und dünn. Er enthielt wenig Alkohol, wurde mit Honig nachgesüßt und mit Gewürzen verfeinert. Met, Honigwein, ist eines der ältesten alkoholischen Getränke und wurde fast das ganze Mittelalter hindurch getrunken, bis es wegen seiner geringeren Lager- und Transportfähigkeit vom Bier verdrängt und zum Getränk für Kranke degradiert wurde.

 

DIE PHANTASIE DER KÖCHE

Die gesellschaftlichen Unterschiede im Mittelalter waren extrem. Während große Teile der bäuerlichen Bevölkerung mangelhaft ernährt und durch zahlreiche Ernteausfälle von Hungersnöten bedroht waren, konnte der Adel, dank seiner Privilegien und besseren Lagerungsmöglichkeiten ausschweifende Festmahle zelebrieren, bei denen unter anderem gefärbte Schwäne, Hasenfleisch in Form eines Löwen oder Pasteten unter dem Gewand eines Truthahns oder Pfaus mit aufgestelltem Federrad auf den Tisch kamen.

 

 

BILD: Pieter Claesz (* 1597/1598, † 1660), Stillleben mit Truthahn Pastete, Public domain via Wikimedia Commons. Viele klassische und besondere Produkte für die schön gedeckte Tafel finden Sie in unserem Online Shop. Schauen Sie vorbei und lassen Sie sich inspirieren.

 

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